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Expertenstandards

Expertenstandards in der Pflege: Welche gelten und wie Sie Ihr Team wirksam schulen

MEDA Fortbildungen6 Min. Lesezeit

Expertenstandards sind das fachliche Rückgrat der Pflege in Deutschland. Sie beschreiben für zentrale Pflegethemen, was der aktuelle Stand des Wissens ist und welche Qualität eine Einrichtung leisten muss, von der Dekubitusprophylaxe bis zur Förderung der Mobilität. In der Praxis entscheidet sich ihre Wirkung aber nicht im Qualitätshandbuch, sondern am Bett: Ein Standard nützt nur, wenn jede Pflegekraft ihn kennt und anwendet. Genau hier liegt für viele Einrichtungen die eigentliche Herausforderung.

Was Expertenstandards sind und warum sie verbindlich gelten

Entwickelt werden die Expertenstandards vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) auf Basis wissenschaftlicher Literatur und mit Fachleuten aus der Praxis. Über das Sozialgesetzbuch sind sie für zugelassene Pflegeeinrichtungen verbindlich: Sie konkretisieren den allgemein anerkannten Stand der medizinisch-pflegerischen Erkenntnisse. Der Medizinische Dienst prüft in der Qualitätsprüfung, ob die relevanten Standards in der Einrichtung umgesetzt sind, und dazu gehört ausdrücklich, dass das Personal dazu geschult wurde.

Wichtig ist dabei: Es reicht nicht, den Standard einmal eingeführt zu haben. Das DNQP aktualisiert die Standards regelmäßig, und die Schulung Ihres Teams muss den jeweils aktuellen Stand abbilden.

Diese Expertenstandards gibt es aktuell

Die Themen der Expertenstandards decken die häufigsten Pflegerisiken und Versorgungssituationen ab:

  • Dekubitusprophylaxe in der Pflege
  • Entlassungsmanagement in der Pflege
  • Schmerzmanagement in der Pflege
  • Sturzprophylaxe in der Pflege
  • Förderung der Harnkontinenz in der Pflege
  • Pflege von Menschen mit chronischen Wunden
  • Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung
  • Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz
  • Förderung der Mundgesundheit in der Pflege
  • Erhaltung und Förderung der Hautintegrität in der Pflege
  • Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege

Welche Standards für Ihre Einrichtung im Vordergrund stehen, hängt vom Versorgungsauftrag ab. Ein ambulanter Dienst gewichtet anders als eine stationäre Einrichtung. Für die Qualitätsprüfung relevant sind aber grundsätzlich alle Standards, die auf Ihre Bewohner oder Klienten zutreffen. Alle genannten Themen stehen auf der MEDA Lernplattform als fertige Kurse bereit.

Gut zu wissen

Die Schulung zu Expertenstandards zählt zur fachlichen Fortbildung und kann auf die jährlichen Pflichtstunden angerechnet werden. Sie ersetzt aber nicht die jährlichen Pflichtunterweisungen zu Sicherheit, Hygiene und Datenschutz.

Warum die Umsetzung oft an der Schulung scheitert

In vielen Einrichtungen steht der Expertenstandard sauber ausgearbeitet im Qualitätsordner, doch im Alltag kennt ihn nur ein Teil des Teams. Die Gründe sind immer ähnlich: Eine einzelne Schulungsveranstaltung erreicht nie alle, weil Urlaub, Krankheit und Schichtdienst dazwischenkommen. Neue Mitarbeitende starten zwischen den Terminen und bleiben ungeschult. Und wenn ein Standard aktualisiert wird, müsste eigentlich das ganze Team erneut geschult werden, was auf Papier kaum zu organisieren ist.

Bei der Qualitätsprüfung fällt genau das auf. Der MD fragt nicht nur nach dem Dokument, sondern danach, ob die Pflegekräfte das Vorgehen kennen und ob die Schulungen nachweisbar stattgefunden haben. Wie schnell Nachweise zum Engpass werden, zeigt sich auch bei der Fortbildungspflicht in der ambulanten Pflege und den jährlichen Pflichtunterweisungen.

Wie Sie Expertenstandards wirksam ins Team bringen

Damit ein Standard vom Ordner in die tägliche Praxis kommt, braucht es eine Schulung, die alle erreicht und deren Ergebnis belegbar ist. Digital organisiert sieht das so aus:

  • Jede Pflegekraft erhält die relevanten Standard-Module zugewiesen und bearbeitet sie, wenn es in den Dienstplan passt, ohne gemeinsamen Präsenztermin.
  • Eine Lernkontrolle am Ende jedes Moduls belegt, dass der Inhalt verstanden wurde, nicht nur zur Kenntnis genommen.
  • Wird ein Standard vom DNQP aktualisiert, weisen Sie das überarbeitete Modul einfach erneut zu. Das System erinnert automatisch, bis alle es abgeschlossen haben.
  • Teilnahme, Datum, Dauer und Ergebnis werden automatisch dokumentiert und stehen bei der MD-Prüfung auf Knopfdruck bereit.

Die automatischen Erinnerungen und die lückenlose Dokumentation übernimmt dabei die Plattform. Für Themen, die vom praktischen Üben leben, etwa Bewegungsübungen zur Sturzprophylaxe oder Lagerungstechniken, lässt sich das digitale Modul mit einer Schulung vor Ort kombinieren. Theorie und Praxis landen im selben Nachweis.

Fazit

Expertenstandards sind der Maßstab, an dem die Qualität Ihrer Pflege gemessen wird, fachlich wie in der Prüfung. Entscheidend ist nicht das Dokument im Ordner, sondern dass jede Pflegekraft den aktuellen Stand kennt. Wer die Schulung digital organisiert, erreicht zuverlässig das ganze Team, hält Aktualisierungen ohne Kraftakt nach und hat die Nachweise für den MD jederzeit griffbereit.

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